Nutella Plätzchen mit 4 Zutaten: Warum du für diese einfachen Plätzchen keine Butter brauchst
Weiche Schokoplätzchen in zwanzig Minuten – mit dem Rechenweg dahinter und dem Fehler, den man aus Reflex macht.
Ich habe Butter dazugegeben.
Weil im Rezept keine stand, und weil ein Plätzchenteig ohne Butter für mich schlicht kein Plätzchenteig war. Fünfzig Gramm, dachte ich, schaden schon nicht. Heraus kamen achtzehn zusammengelaufene Fladen, die sich am Blechrand zu einer einzigen Fläche verbunden hatten.
Der Reflex war nachvollziehbar und trotzdem falsch – und der Grund steht auf der Rückseite des Glases. Nuss-Nougat-Creme besteht zu rund einem Drittel aus Fett. In 250 Gramm stecken etwa 77 Gramm, aus Haselnüssen und Pflanzenöl.
Und genau das ist die Menge, die ein Mürbeteig braucht. Die Faustregel dort lautet ungefähr ein Teil Fett auf zwei Teile Mehl – bei 150 Gramm Mehl wären das rund 75 Gramm Butter. Die Creme bringt sie bereits mit. Wer zusätzlich Butter dazugibt, verdoppelt den Fettanteil, und dann hält kein Teig mehr die Form.
Bei Nutella Plätzchen mit 4 Zutaten ist die Creme also nicht nur der Geschmack. Sie ist gleichzeitig Fett, Zucker und Aroma – deshalb bleiben nur noch drei Zutaten übrig.
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Was diese Nutella Plätzchen ausmacht
Sie sind weich, leicht nachgiebig und schmecken intensiv nach Haselnuss – näher an einem Brownie als an einem Butterplätzchen. Von außen sind sie dunkel mit dem klassischen Gabelmuster, das man sonst von Erdnussbutterkeksen kennt.
Der eigentliche Grund für dieses Rezept ist aber ein anderer: Es geht ohne Planung. Kein Kühlen, kein Ausrollen, kein Ausstechen, keine weiche Butter, die man eine Stunde vorher herausstellen muss. Vier Zutaten in eine Schüssel, zwanzig Minuten später stehen fertige Plätzchen auf dem Tisch. Bei uns ist das genau das Rezept für die Nachmittage, an denen jemand um vier Uhr sagt, dass morgen Kuchen mitgebracht werden soll.
Und der ehrliche Teil dazu: Das sind Süßigkeiten, keine Kekse. Auf achtzehn Stück kommen 250 Gramm Creme, und die besteht zu mehr als der Hälfte aus Zucker. Sie sind schnell, sie sind gut, und sie sind nichts, was ich täglich in die Brotdose legen würde.
⏱️ Zeit
10 Min. Arbeit + 9 Min. Ofen – kein Kühlen
🔥 Backen
180 °C Ober-/Unterhitze · 8–10 Min.
🍪 Ergibt
ca. 18 Plätzchen
📊 Schwierigkeit
sehr einfach – Kinder ab 5 fast allein
Zutaten für ca. 18 Plätzchen
250 g Nuss-Nougat-Creme* – achte auf mindestens 30 g Fett pro 100 g, warum steht in Schritt 1
1 Ei (Größe M), zimmerwarm
150 g Weizenmehl Type 405 – abgewogen, nicht geschätzt
1 Prise Salz – die vierte Zutat, und sie ist kein Füllsel: Salz hebt den Haselnussgeschmack und nimmt der Creme etwas von ihrer Süße
🚨 Drei Dinge, die dazugehören
Dieser Teig wird besonders gern genascht – und genau das ist das Problem. Er schmeckt praktisch wie Nuss-Nougat-Creme aus dem Glas, nur mit Mehl darin. Aber er enthält rohes Mehl und rohes Ei; das Bundesinstitut für Risikobewertung rät gerade kleinen Kindern vom Naschen an ungebackenem Teig ab. Bei keinem anderen Plätzchenteig ist die Versuchung so groß, deshalb steht es hier so deutlich: Schüssel nicht auslecken lassen, und nach dem Formen Hände waschen.
Haselnuss. Nuss-Nougat-Creme enthält Haselnüsse und ist damit für Nussallergiker tabu. Das ist offensichtlich, wird aber beim Verschenken oder beim Backen für die Kita gern vergessen, weil man an „Schokoladenplätzchen“ denkt und nicht an Nüsse. Schreib es dazu, wenn sie das Haus verlassen.
Und die Zuckermenge, ohne Zeigefinger: In 250 g Creme stecken rund 135 g Zucker – das sind auf achtzehn Plätzchen etwa siebeneinhalb Gramm pro Stück, also gut anderthalb Teelöffel. Das ist nicht dramatisch, aber es lohnt sich zu wissen, bevor man vier davon nebeneinander legt. Wasser danach trinken lassen und wie gewohnt Zähne putzen.
Nutella Plätzchen Schritt für Schritt
Schritt 1: Die richtige Creme wählen (2 Minuten im Laden)
Dreh das Glas um und schau auf die Nährwerttabelle. Du brauchst mindestens 30 g Fett pro 100 g. Die bekannten Markencremes liegen bei etwa 31 g, viele sehr günstige Eigenmarken deutlich darunter – sie ersetzen Fett durch Zucker und Magermilchpulver.
Warum das über das ganze Rezept entscheidet: Die Creme ist hier das einzige Fett. Bringt sie zu wenig davon mit, fehlt dem Teig genau die Menge, die Butter sonst liefern würde – er wird bröselig, lässt sich nicht formen und ergibt trockene, mehlige Plätzchen. Und dann macht man den Fehler, den ich am Anfang beschrieben habe, und gibt Butter dazu, statt einfach eine andere Creme zu nehmen.
Nussfreie Alternativen aus dem Reformhaus funktionieren übrigens auch – solange die Fettangabe stimmt.
Schritt 2: Alles verrühren – in dieser Reihenfolge (5 Minuten)
Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Creme und Ei in einer Schüssel glatt rühren, bis keine Schlieren mehr zu sehen sind. Erst dann Mehl und Salz dazugeben und nur so lange rühren, bis kein Mehl mehr sichtbar ist.
Warum erst Creme und Ei: Kommt das Mehl gleichzeitig hinein, verteilt sich das Ei nicht gleichmäßig – du bekommst Stellen, die zu fest sind, und andere, die kleben. Und weil dieser Teig ohnehin dicht ist, merkst du das erst beim Formen.
Der Teig soll klebrig sein. Das ist der Punkt, an dem die meisten eingreifen und Mehl nachschütten – und genau das macht die Plätzchen trocken und bröselig. Ein Teig, der sich anfühlt wie kalte Nuss-Nougat-Creme und leicht an den Fingern haftet, ist richtig. Wenn er dir zu weich erscheint: fünf Minuten stehen lassen. Das Mehl zieht nach, und danach lässt er sich formen.
Schritt 3: Kugeln formen und das Gabelmuster drücken (5 Minuten)
Mit einem Teigportionierer* oder zwei Teelöffeln walnussgroße Häufchen aufs Blech setzen, mit drei Zentimetern Abstand. Dann mit einer Gabel einmal längs und einmal quer flach drücken – das ergibt das Rautenmuster.
Der Trick, damit die Gabel nicht kleben bleibt: Tauch sie zwischendurch in ein Glas Wasser und streif sie kurz ab. Ohne das reißt sie den Teig auf, statt ihn zu drücken, und du hast nach drei Plätzchen einen Kloß an der Gabel.
Und warum das Muster nicht nur Deko ist: Dieser Teig geht kaum auf und läuft kaum breit – was du formst, bleibt so. Eine ungedrückte Kugel bleibt eine Kugel und ist innen nach neun Minuten noch roh. Drück sie also auf etwa einen Zentimeter flach.
Schritt 4: Backen – und die Farbprobe funktioniert hier nicht
8 bis 10 Minuten bei 180 °C auf der mittleren Schiene.
Das ist die Stelle, an der dieses Rezept anders ist als jedes andere Plätzchenrezept: Bei hellem Teig erkennt man am Goldbraunwerden, wann es genug ist. Dieser Teig ist von Anfang an dunkelbraun – er wird beim Backen praktisch nicht dunkler. Wer auf Farbe wartet, holt sie zu spät heraus, und dann sind sie hart.
Woran du dich stattdessen orientierst: Die Oberfläche wechselt von glänzend zu matt, und die Ränder wirken trocken, während die Mitte noch leicht weich aussieht. Drück vorsichtig mit dem Finger auf einen Rand – er muss fest sein. Bleibt in der Mitte eine kleine Delle, ist es genau richtig. Ab dann zählt die Uhr: Zehn Minuten sind das Maximum.
Danach fünf Minuten auf dem Blech ruhen lassen. Frisch aus dem Ofen sind sie so weich, dass sie beim Anheben brechen – sie werden erst beim Abkühlen fest. Erst dann auf ein Gitter heben.
💡 Der Insider-Trick: das Glas leer rechnen
Ein Standardglas Nuss-Nougat-Creme fasst 400 Gramm – dieses Rezept braucht 250. Der Rest steht dann im Schrank, und man macht das Rezept nicht noch einmal, weil 150 Gramm zu wenig sind.
Rechne deshalb gleich das ganze Glas: 400 g Creme, 2 Eier, 240 g Mehl, 1 Prise Salz. Das ergibt rund 30 Plätzchen, und die Hälfte davon frierst du roh als Kugeln ein. Direkt aus dem Gefrierfach gebacken brauchen sie zwei Minuten länger – und du hast an einem beliebigen Dienstag in elf Minuten frische Plätzchen.
Und ein zweiter Handgriff, der nichts kostet: Wieg das leere Glas vorher. Wenn du weißt, dass es 190 Gramm wiegt, kannst du die Creme direkt im Glas abwiegen und musst keinen zusätzlichen Löffel und keine zweite Schüssel abwaschen. Bei einer Creme, die an allem kleben bleibt, ist das mehr wert, als es klingt.
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Dieses Rezept ist eins der wenigen, das ein Kind fast allein schafft – und genau solche Erfolgserlebnisse tragen weiter als das Ergebnis. In dieselbe Richtung gehen unsere Affirmationsposter: kurze Mutmach-Sätze in Kinderzimmer-Optik, zum Ausdrucken auf normalem Papier.
⚠️ Back-Fehler: Problem, Ursache, Lösung
Die Plätzchen sind zerlaufen. Ursache: zusätzliche Butter oder Öl im Teig – der Klassiker. Lösung: Die Creme bringt das Fett mit, es gehört wirklich keines dazu.
Sie sind trocken und bröselig. Ursache: zu viel Mehl, oder eine Creme mit zu wenig Fett. Lösung: 150 g Mehl abwiegen statt schätzen, und beim Kauf auf mindestens 30 g Fett pro 100 g achten.
Sie sind hart geworden. Ursache: zu lange gebacken, weil auf Farbe gewartet wurde. Lösung: nach der Uhr gehen – 8 bis 10 Minuten – und auf den Wechsel von glänzend zu matt achten.
Sie sind innen roh. Ursache: als Kugeln gebacken statt flach gedrückt. Lösung: auf etwa einen Zentimeter drücken, dieser Teig läuft nicht von allein breit.
Die Gabel reißt den Teig auf. Ursache: trockene Gabel. Lösung: zwischendurch in Wasser tauchen und abstreifen.
Sie brechen beim Vom-Blech-Heben. Ursache: zu früh angefasst. Lösung: fünf Minuten auf dem Blech ruhen lassen, sie werden erst beim Abkühlen fest.
🔄 Drei Abwandlungen
Mit Meersalz obenauf: Vor dem Backen eine winzige Prise Fleur de Sel auf jedes Plätzchen. Salz und Haselnuss sind eine der besseren Kombinationen überhaupt, und es nimmt der Süße die Spitze. Die Version, die bei Erwachsenen zuerst weg ist.
Mit Schokolinsen: Nach dem Backen in den ersten dreißig Sekunden drei bunte Linsen in jedes heiße Plätzchen drücken – nicht vorher, sonst verlieren sie ihre Farbe im feuchten Teig. Damit werden aus schlichten Schokoplätzchen Kindergeburtstagskekse.
Als gefüllte Kugeln: Statt flach zu drücken, jede Kugel um ein gefrorenes Stück Schokolade formen und zwölf Minuten backen. Das Prinzip ist dasselbe wie bei gefüllten Plätzchen – die Füllung muss gefroren sein, sonst läuft sie aus.
🧊 Vorbereiten und aufbewahren
Roh eingefroren ist die beste Variante: Kugeln formen, auf einem Blech vorfrieren, dann in eine Dose. Drei Monate haltbar, direkt aus dem Gefrierfach backen mit zwei Minuten Aufschlag. Das ist der eigentliche Sinn der doppelten Menge aus der grünen Box.
Der fertige Teig hält abgedeckt zwei Tage im Kühlschrank – nimm ihn zwanzig Minuten vorher heraus, kalt lässt er sich kaum formen.
Gebackene Plätzchen: luftdicht drei bis vier Tage. Sie werden mit der Zeit fester, aber nicht so schnell trocken wie Butterplätzchen – der hohe Fettanteil hält sie weich. Eine Scheibe Toastbrot mit in die Dose verlängert das noch.
Nicht in den Kühlschrank – dort werden sie hart und nehmen Gerüche an.
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Noch etwas für die Wand
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Kurze Mutmach-Sätze zum Ausdrucken auf normalem Papier. Kostet nichts, passt an jede Tür – und in eine Küche, in der ein Kind zum ersten Mal etwas ganz allein gebacken hat.
Häufige Fragen
Kann ich wirklich keine Butter dazugeben?
Nein, und es ist der häufigste Fehler bei diesem Rezept. Nuss-Nougat-Creme besteht zu rund einem Drittel aus Fett – in 250 g stecken etwa 77 g. Ein Mürbeteig braucht ungefähr ein Teil Fett auf zwei Teile Mehl, bei 150 g Mehl also rund 75 g. Die Creme bringt genau diese Menge mit. Wer Butter dazugibt, verdoppelt den Fettanteil, und dann laufen die Plätzchen zu einer einzigen Fläche zusammen. Wenn dein Teig zu trocken wirkt, liegt es nicht an fehlender Butter, sondern an zu viel Mehl oder einer fettarmen Creme.
Funktioniert jede Nuss-Nougat-Creme?
Nein – schau auf die Nährwerttabelle. Du brauchst mindestens 30 g Fett pro 100 g. Die bekannten Marken liegen bei etwa 31 g, viele günstige Eigenmarken deutlich darunter, weil sie Fett durch Zucker und Magermilchpulver ersetzen. Mit einer fettarmen Creme wird der Teig bröselig und die Plätzchen trocken. Nussfreie Alternativen aus dem Reformhaus funktionieren, solange die Fettangabe stimmt. Und weiße Cremes gehen auch – dann fehlt allerdings das Kakaoaroma, und du solltest die Prise Salz keinesfalls weglassen.
Woran erkenne ich, dass sie fertig sind?
Nicht an der Farbe – das ist die Besonderheit hier. Der Teig ist von Anfang an dunkelbraun und wird beim Backen kaum dunkler. Wer auf Goldbraun wartet, holt sie zu spät heraus. Achte stattdessen darauf, dass die Oberfläche von glänzend zu matt wechselt und die Ränder trocken wirken, während die Mitte noch leicht weich aussieht. Ein vorsichtiger Fingerdruck auf den Rand muss auf Widerstand treffen. Und geh nach der Uhr: acht bis zehn Minuten, mehr nicht.
Ab welchem Alter können Kinder mitmachen?
Das ist eines der wenigen Rezepte, bei denen ein Fünfjähriges fast alles allein macht: rühren, Kugeln formen, Gabelmuster drücken. Es gibt keine heiße Flüssigkeit, kein Messer und keine Wartezeit, die Geduld verlangt. Bei dir bleibt nur das Blech. Ab drei können Kinder rühren und Kugeln rollen. Was du im Blick behalten musst, ist das Naschen: Dieser Teig schmeckt fast wie die Creme pur, enthält aber rohes Mehl und rohes Ei – die Schüssel wird nicht ausgeleckt.
Was mache ich mit dem Rest im Glas?
Rechne gleich das ganze Glas: 400 g Creme, 2 Eier, 240 g Mehl, 1 Prise Salz ergeben rund 30 Plätzchen. Die Hälfte davon frierst du roh als Kugeln ein – auf einem Blech vorfrieren, dann in eine Dose, drei Monate haltbar. Direkt aus dem Gefrierfach backen mit zwei Minuten Aufschlag. Damit hast du an einem beliebigen Abend in elf Minuten frische Plätzchen, ohne etwas anzurühren. Das ist bei diesem Rezept praktischer als jedes Aufbewahren der fertigen Kekse.
Das passt in dieselbe Keksdose
Smarties Plätzchen – warum die Linsen ihre Farbe verlieren und wie du es verhinderst. Die Deko-Variante zu diesem Teig.
Schoko Bons Plätzchen – gefüllte Kugeln mit flüssigem Kern, und warum die Bons vorher ins Gefrierfach müssen.
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Stefanie
Ich backe für eine Familie mit zwei Kindern und schreibe die Rezepte so auf, wie sie bei mir tatsächlich funktionieren – mit echten Gramm, echten Temperaturen und den Fehlversuchen dazu. Von Nutella Plätzchen mit 4 Zutaten bis zum Sonntagskuchen: alles selbst gebacken, mehrfach verbockt, dann aufgeschrieben.












