Salzteig selber machen

Salzteig selber machen: Das Grundrezept mit 200 g – und warum alles im Ofen entschieden wird

📋 Schritt-für-Schritt Anleitung

Salzteig selber machen: Das Grundrezept mit 200 g – und warum alles im Ofen entschieden wird

Drei Zutaten für unter einen Euro, fünf Minuten Teig – und der Trockenplan, der Blasen und Risse zuverlässig verhindert.

Meine ersten Sterne bekamen Blasen.

Aufgeworfene, hässliche Beulen mitten im Stern, dazu ein Riss quer durch die Spitze. Ich war überzeugt, ich hätte den Teig falsch angerührt, und habe beim nächsten Mal die Mengen dreimal nachgewogen. Es lag nicht am Teig.

Beim Salzteig selber machen ist der Teig nämlich der einfachste Teil der Sache – fünf Minuten, drei Zutaten, und es kann kaum schiefgehen. Alles, was schiefgehen kann, passiert im Ofen. Blasen, Risse, bröselige Kanten, Stücke, die nach drei Wochen weich werden: Das sind vier verschiedene Symptome desselben Fehlers, nämlich zu viel Hitze in zu kurzer Zeit. Salzteig wird nicht gebacken. Er wird gedörrt. Und dörren heißt: so niedrig wie möglich, so lange wie nötig.

Angefangen habe ich damit an einem Sonntag, an dem der Fernseher seit dem Frühstück lief und ich keine Lust mehr auf Diskussionen hatte. Ich habe wortlos Mehl, Salz und eine Schüssel auf den Tisch gestellt. Beide Kinder waren innerhalb von zwei Minuten da – und das ist bis heute der ehrlichste Grund, warum wir das regelmäßig machen.

Was daraus wird – und warum es bei uns funktioniert hat

Aus einer Portion werden etwa 25 bis 30 Anhänger von sechs bis sieben Zentimetern, wenn du den Teig einen halben Zentimeter dick ausrollst. Nach dem Trocknen sind sie steinhart, hell beige, klingen beim Klopfen hohl wie ein Keks und lassen sich mit ganz normalen Wasser- oder Acrylfarben bemalen.

Der Reiz für Kinder liegt woanders als bei Knete: Salzteig bleibt. Was am Sonntag geformt wurde, hängt am Mittwoch am Fensterrahmen. Meine Große hat mit sieben angefangen, ihre Figuren zu signieren – mit einem Zahnstocher auf der Rückseite.

Und die ehrliche Einschränkung gleich mit: Salzteig ist nicht wetterfest. Er zieht Feuchtigkeit aus der Luft und wird in einem feuchten Bad oder draußen wieder weich, egal wie gut du ihn getrocknet hast. Für drinnen hält er bei uns jahrelang, für die Haustür oder den Garten ist er das falsche Material.

Schwierigkeit

⭐ Anfänger – kein Vorwissen nötig

Zeit

40–50 Min. aktiv (+ 2–3 Std. Trockenzeit im Ofen)

Kosten

unter 1 € pro Portion, ca. 2–3 € Erstausstattung

Für wen

ab ca. 3 Jahren mit Aufsicht, ab 7 fast selbstständig

🛒 Das brauchst du (eine Portion, ca. 530 g Teig)

200 g Weizenmehl Type 405. Supermarkt, 1 kg ca. 0,80–1,20 €. Wichtig: normales Mehl, kein selbstaufgehendes und nichts mit Backpulver – das treibt im Ofen und reißt.

200 g feines Speisesalz. Supermarkt, 500 g ca. 0,40–0,80 €. Das billigste Salz im Regal ist hier das richtige. Grobes Meersalz gibt eine raue, bröselige Oberfläche.

125–150 ml lauwarmes Wasser. Esslöffelweise zugeben, nicht auf einmal.

1 EL neutrales Öl (Sonnenblume, Raps). Macht den Teig geschmeidiger und weniger klebrig.

Optional: 2 EL Speisestärke – ersetzt 2 EL vom Mehl und macht den Teig spürbar glatter, gerade für kleine Hände.

Optional: 1 TL Zitronensäure aus dem Backregal, ca. 1–2 €. Der Teig bleibt länger elastisch und reißt beim Trocknen weniger.

Zum Gestalten: Nudelholz, Ausstecher, ein Trinkhalm für die Aufhängelöcher, Backpapier, ein Kuchengitter. Später Wasser- oder Acrylfarben und Band.

Optional zum Versiegeln: wasserbasierter Acryl-Klarlack zum Pinseln, ca. 6–10 €. Sprühlack geht auch, hat aber Nachteile – siehe Sicherheitshinweis.

Kurz und ernst gemeint: Sicherheit

Salzteig ist kein Lebensmittel, auch wenn alles aus dem Küchenschrank kommt. Der Salzgehalt ist so hoch, dass größere Mengen dehydrierend wirken. Für Kinder, die noch alles in den Mund nehmen – also grob unter drei – ist er nur unter durchgehender Aufsicht geeignet, und ein kleiner Probierbissen ist etwas anderes als ein abgebissenes Stück Figur. Wenn ein Kind eine größere Menge gegessen hat, ruf das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes an.

Für Hunde und Katzen ist Salzteig ein echtes Risiko. Tierärztliche Quellen nennen ihn ausdrücklich als typische Ursache einer Salzvergiftung – der rohe Teig riecht nach Mehl und ist für Hunde sehr attraktiv. Anzeichen sind starker Durst, häufiges Urinieren, Erbrechen, Durchfall, Lethargie, Koordinationsstörungen, in schweren Fällen Zittern und Krampfanfälle. Deshalb: Rohteig und fertige Figuren außer Reichweite lagern und Anhänger nicht in die unteren Zweige des Weihnachtsbaums hängen. Bei Verdacht sofort in die Tierarztpraxis; der Giftnotruf für Tiere in Göttingen ist unter +49 551 19240 erreichbar. Keine Kohletabletten geben – die helfen bei Salz nicht.

Der Ofen läuft lange und ist heiß. Bleche und Gitter kommen von Erwachsenen rein und raus, und in der Trockenzeit von zwei bis drei Stunden ist das Kind längst woanders – rechne damit und lass den Ofen nicht unbeaufsichtigt laufen, wenn du das Haus verlässt.

Beim Versiegeln: Sprühlack nur draußen oder am weit geöffneten Fenster, ohne Kinder im Raum, und den Sprühnebel nicht einatmen. Wasserbasierter Acryllack zum Pinseln ist für ein Familienprojekt die klar bessere Wahl – kaum Geruch, und Kinder dürfen mitmachen.

Salzteig selber machen: Schritt für Schritt

Salzteig selber machen
Drei Zutaten, zwei Werkzeuge – der Rest ist Geduld — Eigene Projektfotos

Schritt 1: Trockenes mischen (2 Minuten)

200 g Mehl und 200 g Salz in eine Schüssel geben und mit den Händen oder einem Löffel gründlich vermischen, bevor Wasser dazukommt. Wer die Speisestärke nimmt, ersetzt jetzt 2 EL des Mehls dadurch.

Warum in dieser Reihenfolge: Salz löst sich in Wasser. Kippst du Wasser auf ungemischtes Salz, hast du unten eine Salzlake und oben trockenes Mehl, und der Teig wird ungleichmäßig – manche Stellen bröseln später, andere bleiben speckig.

Wenn es nicht klappt: Nichts, was hier schiefgehen kann. Das ist der Schritt, den auch ein Dreijähriges komplett allein macht.

Schritt 2: Wasser und Öl einkneten (5 Minuten)

Das Öl und etwa zwei Drittel des Wassers zugeben, grob verrühren, dann mit den Händen kneten. Das restliche Wasser kommt esslöffelweise dazu – so lange, bis der Teig zusammenhält und sich von der Schüsselwand löst.

Woran du erkennst, dass er fertig ist: Er fühlt sich an wie fester Knetgummi, glänzt leicht, und wenn du mit dem Finger hineindrückst, bleibt die Delle stehen, ohne dass etwas an der Fingerkuppe hängen bleibt. Ein Ballen, den du in die Hand nimmst, sackt nicht in sich zusammen.

Wenn es nicht klappt: Klebt er an den Händen, gib löffelweise Mehl dazu, nicht handvollweise. Bröselt er und fällt auseinander, fehlt Wasser – aber wirklich nur teelöffelweise nachgeben, der Sprung von „zu trocken“ zu „zu nass“ ist beim Salzteig winzig. Und knete danach eine ganze Minute weiter, bevor du urteilst: Der Teig braucht Zeit, bis das Salz das Wasser aufgenommen hat.

Schritt 3: Bunten Salzteig selber machen – Farbe gehört ins Wasser

Wenn du farbigen Teig willst, teil ihn jetzt noch nicht ein. Der bessere Weg: Wasser vor dem Kneten aufteilen, in jedem Becher ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe verrühren und daraus getrennte kleine Portionen kneten. Farbe in den fertigen Teig einzuarbeiten funktioniert zwar auch, kostet aber fünf Minuten Kneten pro Farbe und färbt garantiert Hände und Arbeitsplatte.

Der ehrliche Hinweis dazu: Lebensmittelfarbe verblasst im Ofen deutlich. Aus einem kräftigen Rot wird ein Altrosa, aus Blau ein Graublau. Für satte Farben ist Bemalen nach dem Trocknen mit Acrylfarbe der zuverlässigere Weg – der eingefärbte Teig ist eher etwas fürs Spielen und für Pastelltöne.

Wenn es nicht klappt: Flüssige Farbe bringt zusätzliche Feuchtigkeit mit – wird der Teig dadurch klebrig, einfach einen Esslöffel Mehl nachkneten.

Schritt 4: Ausrollen, ausstechen, Löcher stechen (10–15 Minuten)

Arbeitsfläche dünn bemehlen und den Teig auf einen halben Zentimeter ausrollen. Das ist keine Deko-Angabe, sondern die wichtigste Zahl nach der Ofentemperatur: Dickere Stücke trocknen außen zu und bleiben innen feucht – und die schimmeln dann Wochen später von innen.

Ausstechen, die Figuren mit etwas Abstand auf ein Kuchengitter mit Backpapier legen. Und jetzt der Schritt, den alle vergessen: Vor dem Trocknen das Loch für das Band stechen. Nimm einen Trinkhalm, stich durch und dreh ihn einmal – dann bleibt der Teigpfropf im Halm stecken und das Loch ist sauber. Abstand zum Rand mindestens 5 mm, sonst reißt es später aus.

Wenn es nicht klappt: Nachträglich bohren geht nicht, getrockneter Salzteig bricht dabei fast immer. Wenn du es vergessen hast: eine Schlaufe hinten aufkleben oder das Stück als Deko hinstellen statt aufhängen. Und wenn ein Stern beim Umlegen einreißt – Finger anfeuchten, Riss glattstreichen, weitermachen. Das sieht man später nicht.

Salzteig selber machen
Trinkhalm durchstechen und einmal drehen – dann ist das Loch sauber — Eigene Projektfotos

Schritt 5: Trocknen – hier entscheidet sich alles (2–3 Stunden)

Das ist der Schritt, an dem meine ersten Sterne gescheitert sind. Nicht bei 180 Grad in einer Stunde, sondern in Stufen. Für Stücke von einem halben Zentimeter Dicke:

30 Minuten bei 60 °C – das oberflächliche Wasser geht raus, ohne dass sich Dampf im Inneren staut.

30 Minuten bei 100 °C – die mittlere Schicht trocknet nach.

1,5 bis 2 Stunden bei 120 °C – der Kern wird durchgetrocknet. Höher als 120 °C solltest du nicht gehen; ab etwa 150 °C treibt der Restdampf im Inneren Blasen unter die Oberfläche, und genau die Beulen kannst du hinterher nicht mehr wegbekommen.

Der Fertig-Test: Nimm ein Stück heraus, lass es zwei Minuten abkühlen und klopf mit dem Fingernagel auf die Rückseite. Klingt es hohl und hell wie ein Keks, ist es durch. Klingt es dumpf oder fühlt sich die Rückseite noch leicht kühl und speckig an, kommt es zurück in den Ofen – in 20-Minuten-Schritten weiterprüfen.

Wenn es nicht klappt: Risse entstehen fast immer durch zu schnelles Aufheizen oder durch Stücke, die dicker als ein Zentimeter sind. Bereits gerissene Stellen kannst du nach dem Trocknen mit etwas Weißleim füllen und überstreichen – ehrlich gesagt sehen die Risse bemalt aber oft besser aus als eine Reparatur.

💡 Insider-Tipp für Schritt 5

Klemm einen Holzlöffel in die Ofentür. Ein Spalt von ein bis zwei Zentimetern reicht. Ohne ihn bleibt die verdampfte Feuchtigkeit im Ofen und schlägt sich auf den Stücken nieder – du trocknest dann stundenlang in feuchter Luft und wunderst dich, warum nichts hart wird.

Und der zweite, noch wichtigere: Schalte den Ofen nach der letzten Stufe einfach aus und lass die Stücke über Nacht darin liegen. Die Restfeuchte zieht in der langsam sinkenden Temperatur ganz gleichmäßig aus – das ist der Unterschied zwischen „hart“ und „durchgetrocknet“, und es verhindert die Spannungsrisse, die sonst gern beim schnellen Abkühlen auf der kalten Arbeitsplatte entstehen.

Kleiner Zusatz: Kuchengitter statt Blech. Dann bekommt auch die Unterseite Luft, und du musst nicht zwischendurch wenden.

Kann man Salzteig auch ohne Ofen selber machen?

Ja, an der Luft – und für dicke Sachen wie Handabdrücke ist das sogar die bessere Methode, weil dabei überhaupt kein Dampfdruck entsteht. Rechne mit zwei bis fünf Tagen, je nach Dicke und Raumluft: Stücke auf ein Kuchengitter legen, an einen warmen, trockenen Ort stellen (Heizungsnähe ist ideal, direkte Sonne nicht) und einmal täglich wenden.

Der Klopftest gilt genauso. Und Geduld ist hier keine Tugend, sondern Pflicht: Ein Handabdruck, der nach drei Tagen nur außen hart ist, wird nach ein paar Wochen weich und fleckig.

Schritt 6: Bemalen und versiegeln – fertig

Vollständig abgekühlt bemalen. Wasserfarben funktionieren, Acrylfarben decken besser und trocknen schneller. Sensorisches Zeichen: Acrylfarbe ist durch, wenn sie matt statt glänzend wirkt und sich bei leichtem Fingerdruck nicht mehr kühl anfühlt – meist nach 20 bis 30 Minuten.

Danach mit Klarlack versiegeln, zwei dünne Schichten mit einer Stunde Abstand. Das ist kein Kosmetikschritt: Salzteig zieht Luftfeuchtigkeit, und unversiegelte Stücke werden in einem feuchten Raum nach Monaten weich und klebrig. Versiegelt halten meine ältesten seit vier Jahren.

Und dann ist es geschafft. Band durchziehen, aufhängen, und beim nächsten Weihnachtsbaum hörst du „den hab ich gemacht“ – bei uns inzwischen jedes Jahr, bei Anhängern, die längst krumm und abgestoßen sind.

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Zwischenergebnis: Löcher gestochen, Abstand gelassen, ab in den Ofen — Eigene Projektfotos

⚠️ Das machen Anfänger falsch

1. Zu heiß trocknen. Der Fehler Nummer eins, und meiner. Über 120 °C treibt der Dampf Blasen unter die Oberfläche. Lösung: die drei Stufen aus Schritt 5, oder wenn dir das zu umständlich ist: 100 °C für 3 bis 4 Stunden.

2. Dicker als 1 cm formen. Außen hart, innen feucht – und dann schimmelt das Stück Wochen später von innen. Lösung: Anhänger 0,5 cm, alles Massive höhlen oder an der Luft trocknen.

3. Grobes Salz nehmen. Gibt eine kratzige, bröselige Oberfläche, die Farbe schluckt. Lösung: das feinste und billigste Speisesalz aus dem Regal.

4. Mehl mit Backtriebmittel verwenden. Selbstaufgehendes Mehl oder ein Rest Backpulver in der Schüssel lässt den Teig im Ofen aufgehen und reißen. Lösung: schlichtes Weizenmehl Type 405.

5. Das Loch vergessen. Passiert bei fast jeder ersten Charge. Lösung: Trinkhalm bereitlegen, bevor der erste Stern ausgestochen wird.

6. Perfektion erwarten. Krumme Ränder, Fingerabdrücke, ein Riss quer durchs Herz – das ist Salzteig, nicht Keramik. Bei uns hängen die schiefsten Stücke am längsten, weil sie aus dem Jahr sind, in dem die Kleine zum ersten Mal mitgemacht hat.

🎨 Variationen

Handabdruck als Andenken: Teig 1,5 cm dick, Kreis ausstechen, Hand fest hineindrücken. Wichtig: an der Luft trocknen, vier bis fünf Tage, täglich wenden – im Ofen platzt so ein dickes Stück fast immer.

Strukturen eindrücken: Blätter, ein Spitzendeckchen, die Noppen eines Bausteins, ein Zahnrad. Erst leicht bemehlen, dann eindrücken, dann vorsichtig abziehen – das ergibt Reliefs, die nach Handwerk aussehen und null Können brauchen.

Marmoriert: zwei eingefärbte Portionen nur grob ineinander verdrehen und ausrollen, nicht durchkneten. Sonst wird alles einheitlich graubraun.

Duft-Variante: 1 TL Zimt oder Kakao in den Teig. Färbt hübsch braun und riecht gut – aber genau deshalb bei kleinen Kindern und bei Hunden im Haus lieber weglassen, es macht das Zeug appetitlicher, als es sein sollte.

Größen: Unter 4 cm brechen die Spitzen leicht ab, über 12 cm wird das Stück schwer und reißt beim Aufhängen aus. Der dankbare Bereich liegt bei 5 bis 10 cm.

Was bei uns auf dem Tisch steht

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Ausstechformen für Kinder, 48 Stück – Edelstahl und PP-Kunststoff

Preis: ca. 12–18 € (Stand kann abweichen)

Ein großes Sortiment ist bei Salzteig mehr wert als bei Plätzchen, weil Kinder hier nicht ein Blech voll gleicher Sterne wollen, sondern jedes Stück anders. Die Edelstahlformen schneiden sauber durch den festen Teig, die Kunststoffformen sind leicht und rutschen kleinen Händen nicht weg. Bei uns liegt das Set das ganze Jahr in der Bastelkiste, nicht im Backschrank. Ehrliches Wort zur Schwäche: Sehr kleine, filigrane Formen mit dünnen Stegen funktionieren im Salzteig schlechter als im Plätzchenteig – der Teig ist gröber, und die feinen Details brechen beim Aushebeln aus. Von 48 Formen sind realistisch 15 bis 20 die, die du wirklich benutzt. Und die Edelstahlformen musst du nach dem Salzteig sofort spülen und abtrocknen, Salz greift sie sonst an.

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Belissia Lebensmittelfarbe-Set, 8 × 10 ml flüssig

Preis: ca. 8–12 € (Stand kann abweichen)

Acht Farben in kleinen Fläschchen sind für eingefärbten Salzteig genau richtig – du brauchst pro Portion nur ein paar Tropfen, und ein Set hält bei uns über Jahre. Die Tropfflaschen sind der eigentliche Vorteil gegenüber Pulver: Kinder können selbst dosieren, ohne dass gleich die halbe Küche blau ist. Verwenden lässt sich das Set außerdem für alles andere im Haus, von Ostereiern bis Tortenguss. Ehrliches Wort zur Schwäche: Flüssige Lebensmittelfarbe verblasst im Ofen deutlich – rechne mit Pastelltönen, nicht mit Knallfarben. Wenn du satte Farben willst, ist Bemalen nach dem Trocknen mit Acrylfarbe der ehrlichere Weg, und dann brauchst du das Set für dieses Projekt gar nicht. Außerdem bringt jeder Tropfen Feuchtigkeit mit, du musst also etwas Mehl nachkneten.

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Kunststoffschalen-Set, 6 Schalen à ca. 700 ml, BPA-frei

Preis: ca. 10–15 € (Stand kann abweichen)

Sechs Schalen in sechs Farben lösen bei uns das Farbproblem elegant: Jede Farbe bekommt ihre eigene Schale, jedes Kind seine eigene Portion, und niemand streitet darüber, wessen Teig gerade wo liegt. Leichter Kunststoff ist am Basteltisch außerdem angenehmer als Glas – wenn eine Schale runterfällt, passiert nichts. Ehrliches Wort zur Schwäche: Mit rund 700 ml sind das Portionsschalen, keine Rührschüsseln – die ganze Teigmenge aus diesem Rezept passt da nicht rein, dafür brauchst du weiterhin eine große Schüssel. Und Kunststoff nimmt Lebensmittelfarbe an: Nach ein paar Runden mit Rot und Blau haben die hellen Schalen einen Schimmer, der nicht mehr rausgeht. Wenn du sie später auch zum Essen benutzen willst, kauf lieber zwei Sets.

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Nötig ist von all dem nichts. Mehl, Salz, Wasser und ein Wasserglas als Ausstecher reichen – der Rest ist Komfort.

Salzteig selber machen
Merk dir das Grundrezept für den nächsten Regensonntag 

Häufige Fragen

Wie lange dauert es wirklich?

Teig anrühren: 7 Minuten. Ausrollen, ausstechen, Löcher stechen mit zwei Kindern: 15 bis 20 Minuten, allein eher 10. Dann läuft der Ofen 2,5 bis 3 Stunden, in denen du nichts tust. Bemalen am nächsten Tag: noch mal eine halbe Stunde, plus Trockenzeit für Farbe und Lack. Insgesamt also ein Nachmittag Aktivität, verteilt auf zwei Tage. Plan das ein, wenn es Geschenke werden sollen – an einem Vormittag ist es nicht fertig.

Kann ich Material ersetzen?

Beim Mehl: Jedes normale Weizenmehl geht, auch Dinkelmehl – nur nichts mit Backtriebmittel. Wer Weizen wegen einer Unverträglichkeit meiden will, kann Maismehl nehmen, braucht dann aber deutlich mehr davon, bis der Teig glatt wird; das ist Herantasten. Beim Salz: fein statt grob ist wichtiger als die Marke. Das Öl kannst du weglassen, der Teig wird dann etwas spröder. Speisestärke und Zitronensäure sind beide reine Komfort-Zutaten. Was du nicht ersetzen kannst, ist die Trockenzeit.

Was, wenn ein Schritt misslingt?

Fast alles ist reparierbar, solange der Teig noch feucht ist: zu klebrig – Mehl, zu bröselig – Wasser, gerissen – Finger anfeuchten und glattstreichen, missglückte Figur – zusammenkneten und neu ausrollen. Nach dem Trocknen wird es schwieriger: Blasen bleiben, Löcher lassen sich nicht mehr bohren. Aber ehrlich – eine ganze Portion kostet unter einem Euro, und bei uns wandert regelmäßig die erste Hälfte zurück in die Schüssel. Das ist kein Scheitern, das ist Materialverbrauch.

Kann ich Salzteig auf Vorrat selber machen?

Ja, aber nur kurz. In einem luftdichten Behälter oder Gefrierbeutel im Kühlschrank hält er etwa eine Woche. Er wird dabei feuchter und weicher, weil das Salz nach und nach Wasser aus dem Mehl zieht – vor dem Verarbeiten also einen Esslöffel Mehl einkneten. Verfärbt er sich gräulich oder riecht säuerlich, gehört er weg. Und weil das die häufigste Nachfrage ist: Einfrieren funktioniert nicht gut, die Konsistenz wird beim Auftauen krümelig.

Wie lange hält das Ergebnis – und kann man wetterfeste Deko daraus selber machen?

Drinnen und versiegelt hält Salzteig jahrelang; meine ältesten Anhänger sind vier Jahre alt und sehen aus wie am ersten Tag. Draußen dagegen funktioniert er nicht, und das lässt sich auch mit Lack nicht lösen: Salz zieht Feuchtigkeit aus der Luft, und sobald irgendwo eine winzige Stelle unversiegelt ist – an der Aufhängung, an einem Kratzer – arbeitet sich die Feuchtigkeit von dort ins Innere. Für den Türkranz oder den Garten sind Ton, Beton oder Holz die richtigen Materialien. Auch das Badezimmer würde ich meiden.

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Stefanie

Kreativ-Bloggerin für Familie und Kinder. Hier gibt es Projekte, die am Küchentisch wirklich funktionieren – vom Salzteig selber machen bis zu Bastelideen für Regensonntage: ausprobiert, mehrfach verbockt und mit ehrlichen Angaben zu Mengen, Kosten und Sicherheit.

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